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Die Burg Făgăraș von der Seite gesehen
Burg & FestungHier gedrehtSiebenbürgen

Burg Făgăraș: die Wasserburg im Herzen der Stadt

Burg Făgăraș (Cetatea Făgărașului, auch Fogarascher Burg) ist eine Wasserburg aus Stein im Zentrum von Făgăraș im Kreis Brașov in Siebenbürgen, Rumänien. Im frühen 14. Jahrhundert begonnen, wurde sie im 17. Jahrhundert Fürstenresidenz und später Gefängnis; heute beherbergt sie ein Museum und die Stadtbibliothek.

Die Burg Făgăraș wurde immer wieder belagert, doch laut ungarischen Quellen nie allein mit Waffengewalt erobert. In ihrem Graben hielt man sogar Schwäne, gespeist aus dem Fluss Olt.

WoIm Zentrum von Făgăraș, Kreis Brașov, Siebenbürgen, Rumänien
ArtWasserburg und Fürstenresidenz, 14.–17. Jahrhundert
Ideal fürWehrarchitektur, die Geschichte der siebenbürgischen Fürsten, ein Regionalmuseum und Filmschauplätze
AnreiseMitten in der Stadt Făgăraș, etwa auf halbem Weg zwischen Kronstadt (Brașov) und Hermannstadt (Sibiu); das Kloster Sâmbăta de Sus liegt etwa 22 km entfernt

Die Geschichte der Burg Făgăraș

Die Arbeiten an der Steinburg werden auf das Jahr 1310 datiert, an der Stelle einer älteren Erd-und-Holz-Befestigung aus dem 12. Jahrhundert. Archäologische Untersuchungen zeigen, dass diese frühere Anlage um die Mitte des 13. Jahrhunderts gewaltsam zerstört wurde, vermutlich beim Mongoleneinfall von 1241. Die neue Burg lag auf halbem Weg zwischen Kronstadt (Brașov) und Hermannstadt (Sibiu), nahe der Walachei, und sollte den Südosten Siebenbürgens vor Überfällen schützen.

Im 16. Jahrhundert wurde sie zu einer echten Festung. 1526 verdoppelte István Majláth die Mauerstärke, 1541 griffen die Osmanen an und nahmen ihn gefangen; er starb in der Gefangenschaft in Istanbul. Gáspár Bekes, der die Burg von 1567 bis 1573 besaß, ließ den Graben ausheben und verwendete das Erdreich zur Verstärkung der inneren Mauern; unter den Báthory entstand am südöstlichen Eck die erste Bastion. 1599 besetzte Michael der Tapfere die Burg und brachte hier seine Familie und den Fürstenschatz in Sicherheit.

Im 17. Jahrhundert wurde Făgăraș praktisch zu einer Hauptstadt des Fürstentums Siebenbürgen. Fürst Gabriel Bethlen modernisierte die Verteidigung, 1617 wurden die obersten Geschosse des südwestlichen Bergfrieds, des Roten Turms, vollendet, und 1630 wurde der Graben erweitert und durch einen geheimen Kanal mit dem Olt verbunden. Unter Michael I. Apafi wurde die Burg Fürstenresidenz, und der siebenbürgische Landtag tagte hier mehrfach. 1657 gründete Fürstin Zsuzsanna Lorántffy in Făgăraș die erste weiterführende Schule mit rumänischer Unterrichtssprache. Nach dem Übergang an die Habsburger wurde die Burg Garnison, und 1721 war sie zeitweise Sitz des rumänisch-griechisch-katholischen Bischofs. Als der Historiker Nicolae Iorga sie 1903 besuchte, fand er sie nahezu verfallen vor.

Von etwa 1950 bis 1960 diente die Burg unter dem kommunistischen Regime als Gefängnis für politische Häftlinge. Graben, dicke Mauern und vergitterte Fenster machten sie dafür geeignet, und die Securitate nutzte sie auch als Stützpunkt gegen den antikommunistischen Widerstand im Făgăraș-Gebirge. Schätzungsweise 5000 Menschen waren hier inhaftiert, viele ohne Gerichtsverfahren, und mindestens 161 Häftlinge starben unter harten Bedingungen; ehemalige Gefangene nennen höhere Zahlen. Im Februar 1960 wurde das Gefängnis aufgelöst. Es folgten Restaurierungen, vor allem zwischen den 1960er und 1970er Jahren, und heute beherbergt die Burg das Museum des Făgăraș-Landes „Valer Literat“ und die Stadtbibliothek „Octavian Paler“.

Kuriositäten rund um die Burg Făgăraș

  • Ungarische Quellen halten fest, dass die Burg in ihrer Geschichte oft belagert, aber nie allein mit Waffengewalt erobert wurde.
  • Der Graben ist laut ungarischen Quellen etwa sechs Meter tief, war 1637 bereits mit Stein ausgekleidet und wurde über einen Kanal mit Wasser aus dem Olt gespeist; früher hielt man dort Schwäne.
  • Der Südflügel besitzt eine doppelte spätrenaissancezeitliche Loggia aus der Zeit von Balthasar Báthory, mit mehreren Báthory-Wappen.
  • Einige Säle wurden im 17. Jahrhundert von einem unbekannten italienischen Maler mit mythologischen und historischen Szenen ausgemalt.
  • Vor der Burg steht die Büste der Doamna Stanca, der Frau Michaels des Tapferen, die der Bildhauer Spiridon Georgescu 1938 schuf.
  • Michael der Tapfere soll die Burg samt Herrschaft seiner Frau Doamna Stanca geschenkt haben, als er sie 1599 einnahm.
Hier gedreht

Filme, die auf der Burg Făgăraș gedreht wurden

Laut dem rumänischen Wikipedia-Artikel diente die Burg als Drehort für rumänische und internationale Produktionen.

  • Iancu Jianu zapciul (1981) – In Dinu Coceas rumänischem Film ist die Burg der Palast des Fürsten Caragea, mit Außenszenen an Mauer und Graben sowie Innenaufnahmen in Loggia, Gängen, Sälen, Keller und Gefängnis.
  • Iancu Jianu haiducul (1981) – In diesem rumänischen Film von Dinu Cocea steht der Galgen des Räubers Iancu Jianu zwischen der Mauer und dem Verteidigungsgraben.
  • Regii blestemati (2005) – In der französisch-italienischen Miniserie in fünf Folgen von Josée Dayan nach den Romanen von Maurice Druon erscheint die Burg in mehreren Folgen, innen wie außen, als französisches oder englisches Gefängnis.

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Einige Beschreibungen sind maschinell übersetzt.

Burg Făgăraș besuchen: Das lohnt sich

  • Die Burg hat einen viereckigen Grundriss mit hohen Mauern, Ecktürmen und breitem Graben; der höchste Turm ist der fünfgeschossige Rote Turm im Südwesten.
  • Im Inneren zeigt das Museum des Făgăraș-Landes „Valer Literat“ laut ungarischen Quellen Orts- und Volkskunde sowie Kunst, darunter Ikonen und eine Galerie örtlicher Bildhauer.
  • Die Burg liegt mitten in der Stadt und lässt sich daher leicht mit einem Spaziergang durch Făgăraș verbinden.
  • Die nächsten weiteren Ziele auf dieser Website sind das Kloster Sâmbăta de Sus (etwa 22 km), die Kirchenburg Viscri (etwa 25 km), die Burg Rupea (etwa 28 km) und das Kloster Cârța (etwa 32 km).
  • Das Gebäude war im 20. Jahrhundert ein politisches Gefängnis; Ausstellungen und zugängliche Bereiche können sich ändern, prüfen Sie daher vor der Anreise die aktuellen Öffnungszeiten.

Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.

Karte: Lage von Burg Făgăraș

Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende

Fotos: Burg Făgăraș

Die Burg Făgăraș in der Abenddämmerung
Foto: Valeriu Pantazi, CC BY-SA 3.0, über Wikimedia Commons
Burg Făgăraș, Ansicht des Denkmals
Foto: Zoldi Emeric, CC BY-SA 3.0 ro, über Wikimedia Commons
Burg Făgăraș, Ansicht 1
Foto: sailko, CC BY-SA 3.0, über Wikimedia Commons
Burg Făgăraș, Ansicht 2
Foto: sailko, CC BY-SA 3.0, über Wikimedia Commons
Burg Făgăraș, Ansicht 3
Foto: sailko, CC BY-SA 3.0, über Wikimedia Commons

Fragen

Wo liegt die Burg Făgăraș?

Sie steht im Zentrum der Stadt Făgăraș im Kreis Brașov in Siebenbürgen, etwa auf halbem Weg zwischen Kronstadt und Hermannstadt.

Wann wurde die Burg Făgăraș gebaut?

Der Bau der Steinburg wird auf 1310 datiert, an der Stelle einer Erd-und-Holz-Befestigung aus dem 12. Jahrhundert. In den folgenden Jahrhunderten, vor allem im 16. und 17., wurde sie verstärkt und erweitert.

Was befindet sich heute in der Burg Făgăraș?

Sie beherbergt das Museum des Făgăraș-Landes „Valer Literat“ und die Stadtbibliothek „Octavian Paler“.

War die Burg Făgăraș ein Gefängnis?

Ja. Von etwa 1950 bis 1960 saßen hier unter dem kommunistischen Regime politische Häftlinge ein. Schätzungsweise 5000 Menschen waren inhaftiert, mindestens 161 starben.

Welche Filme wurden auf der Burg Făgăraș gedreht?

Laut dem rumänischen Wikipedia-Artikel nutzten die rumänischen Filme Iancu Jianu zapciul und Iancu Jianu haiducul (beide 1981) sowie die Miniserie Regii blestemati (2005) die Burg.

Wer lebte auf der Burg Făgăraș?

Im 17. Jahrhundert war sie Residenz der Fürsten von Siebenbürgen, darunter Gabriel Bethlen und Michael I. Apafi. Auch Michael der Tapfere fand hier 1599 Zuflucht.

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