Nikolauskirche von Densuș: die seltsame Steinkirche aus römischen Ruinen
Die Nikolauskirche von Densuș steht im Dorf Densuș im Kreis Hunedoara in Rumänien. Sie wurde aus römischem Stein aus dem nahen Ulpia Traiana Sarmizegetusa errichtet, zählt zu den ältesten Steinkirchen des Landes und bewahrt seltene Fresken von 1443, was sie zu einem verborgenen Juwel des Hațeger Landes macht.
Die Nikolauskirche von Densuș sieht aus wie keine andere in Rumänien: Mauern, Pfeiler und sogar das Dach wurden aus Steinen zusammengesetzt, die aus den Ruinen der nahen römischen Hauptstadt Dakiens stammen.
Die Geschichte der Nikolauskirche von Densuș
Das Dorf Densuș liegt im Hațeger Land, wenige Kilometer von Ulpia Traiana Sarmizegetusa entfernt, der Hauptstadt des römischen Dakien. Die Erbauer der Kirche mussten ihr Material nicht weit suchen. Sie verwendeten römischen Stein aus den Ruinen: Säulen, Sockel, Kalkstein- und Marmorblöcke, Ziegel und Tonrohre. Im Inneren bestehen die vier Pfeiler, die das zentrale Quadrat des Naos einrahmen, jeweils aus zwei übereinandergestellten römischen Altären, und über dem Naos erhebt sich ein Turm.
Das genaue Baudatum ist unter Fachleuten weiter umstritten. Spezialisten für mittelalterliche Archäologie setzen den Bau ins letzte Drittel des 13. Jahrhunderts und nennen die Mușina, Adlige aus dem Hațeger Land, als Stifter. Der englische Wikipedia-Artikel ergänzt, dass die Kirche nach einer Forscherin zwischen 1250 und 1400 um das Pfeilerquadrat neu errichtet wurde und dass ihr Grundriss einer älteren Pfeilerkirche ähnelt, die in Alba Iulia entdeckt wurde und aus dem 10. oder 11. Jahrhundert stammen könnte. Bis ins 15. Jahrhundert gehörte sie zu einem Hof der örtlichen Knesenfamilie, einer Art lokaler Herren, und wurde danach von der weiteren Gemeinde genutzt. Der Grundriss zeigt einen quadratischen Naos mit tiefer halbrunder Apsis. Auf der Südseite kamen im 14. und 15. Jahrhundert Anbauten hinzu, und das Dach bestand ursprünglich aus Steinplatten.
Im Inneren hat sich ein kostbarer Freskenzyklus erhalten. Eine Inschrift hält fest, dass die Kirche im Oktober 1443 von einem Team unter Leitung des Meisters Ștefan ausgemalt wurde, einem der ersten namentlich bekannten rumänischen Maler. Seine Kunst steht in der Tradition von Curtea de Argeș. Ein zweiter, einfacherer Maler arbeitete an den Pfeilern, wo man die heilige Marina sieht, die einen Teufel schlägt, und den heiligen Bartholomäus, der seine eigene Haut trägt. Die Malereien gelten als Stiftung der Mănjina-Knesen. Zwischen 1566 und 1720 waren sie mit Kalk überstrichen und kamen vor allem bei Grabungen 1961–1962 wieder ans Licht. Eine hölzerne Ikonostase wurde 1789 bemalt.
Über die Jahrhunderte diente die Kirche mehreren Gemeinden. Ab 1566 nutzten sie auch Calvinisten, und der Glockenturm trägt eine ungarische Inschrift von 1782. 1702 entstand hier eine rumänische calvinistische Pfarrei. Im frühen 18. Jahrhundert kam der Bau an die griechisch-katholische Kirche zurück, und nach 1948 ging er an die Rumänisch-Orthodoxe Kirche. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war er in schlechtem Zustand, und die Dorfbewohner wollten ihn abreißen, um eine neue Kirche zu bauen. Die österreichisch-ungarischen Behörden erklärten ihn 1870 zum Denkmal, und das eingestürzte Steindach wurde durch ein Schindeldach ersetzt. Seit 1991 steht die Kirche auf der rumänischen Liste der für das UNESCO-Welterbe vorgeschlagenen Stätten.
Kuriositäten rund um die Nikolauskirche von Densuș
- Auf dem Dach standen zwei Löwenstatuen, und manche Details, etwa an die Außenwand gesetzte Säulen, scheinen keinen baulichen Zweck zu haben.
- Die Pfeiler des Naos bestehen aus römischen Altären, je zwei übereinander.
- Legenden besagen, sie sei ursprünglich ein dakischer Tempel des Zamolxis oder ein römischer Marstempel gewesen. Das gilt als schwache Hypothese, nicht als bewiesene Tatsache.
- Eine Hypothese von 1775 hielt sie für das Grab eines römischen Feldherrn namens Longinus, das später christianisiert wurde. Belegt ist das nicht.
- Der Historiker Nicolae Iorga nannte die Kirche unvergleichlich im ganzen rumänischen Raum.
- Über dem Naos liegt eine kleine verborgene Kammer, die mit dem Turm verbunden, von außen aber nicht erkennbar ist.
Touren in der Nähe: Nikolauskirche von Densuș
Erlebnisse in der Umgebung, die Sie online über Viator buchen können:

Die klassische Tour
Details ansehen ›
Wöchentliche Führung auf Englisch - Dienstag, Donnerstag, Samstag
Details ansehen ›
Timisoara All in One - Wander- und Straßenbahntour
Details ansehen ›
Halbtägiger privater Essens- und Wein-Rundgang Oradea Rumänien
Details ansehen ›Einige Beschreibungen sind maschinell übersetzt.
Nikolauskirche von Densuș besuchen: Das lohnt sich
- Schauen Sie zuerst auf die Außenmauern: Die Mischung aus römischen Steinblöcken, Säulen und Ziegeln ist das Markenzeichen der Kirche.
- Im Inneren sind die Fresken von 1443 und die Pfeiler aus römischen Altären die Hauptattraktionen.
- Die Kirche liegt im Dorf Densuș, rund 8 km von den römischen Ruinen Ulpia Traiana Sarmizegetusa entfernt, mit denen sie sich gut verbinden lässt.
- Die Festung Deva, rund 35 km entfernt, und die dakische Festung Costești-Blidaru, rund 29 km entfernt, sind weitere Ziele dieses Führers.
- Es ist eine Kirche, die noch genutzt wird, daher ist Respekt angebracht. Prüfen Sie vor der Anreise die aktuellen Öffnungszeiten.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Nikolauskirche von Densuș
Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende
Fotos: Nikolauskirche von Densuș




Fragen
Wo liegt die Nikolauskirche von Densuș?
Sie steht im Dorf Densuș im Kreis Hunedoara, im Hațeger Land in Siebenbürgen, Rumänien.
Warum ist die Nikolauskirche von Densuș so ungewöhnlich?
Sie wurde großenteils aus römischem Material errichtet, das aus den Ruinen von Ulpia Traiana Sarmizegetusa stammt, darunter Säulen und Altäre. Zusammen mit dem Turm und dem Steindach ergibt das ein seltsames, unverwechselbares Aussehen.
Wie alt ist die Nikolauskirche von Densuș?
Fachleute setzen sie ins späte 13. Jahrhundert, einige Forscher vermuten aber eine ältere Kirche am selben Platz. Die Fresken stammen von 1443.
War die Kirche von Densuș ein römischer Tempel?
Örtliche Legenden behaupten das, doch der englische Wikipedia-Artikel nennt sie schwache Hypothesen. Der Bau ist mittelalterlich und verwendet römische Steine wieder.
Wer malte die Fresken der Kirche von Densuș?
Eine Inschrift nennt Ștefan als Hauptmaler, der 1443 mit einem Team arbeitete. Ein weiterer, wohl einheimischer Maler schmückte die Pfeiler.
Was gibt es in der Nähe der Kirche von Densuș zu sehen?
Die römischen Ruinen von Ulpia Traiana Sarmizegetusa liegen rund 8 km entfernt, die dakische Festung Costești-Blidaru rund 29 km und die Festung Deva rund 35 km.
Auch in der Nähe
Ulpia Traiana Sarmizegetusa
Hunedoara · römische Ruinenstadt mit Amphitheater und Forum
7,5 km entfernt
Dakische Festung Costești-Blidaru
Hunedoara · dakische Bergfestung mit sechs Türmen, UNESCO
29 km entfernt
Burg Deva
Hunedoara · Burgruine auf einem Vulkankegel
35 km entfernt
Dakische Festung Bănița
Hunedoara · dakische UNESCO-Festung im Orăștie-Gebirge
39 km entfernt