Kloster Nicula: Wallfahrt, weinende Ikone und Hinterglasmalerei
Kloster Nicula (Mănăstirea Nicula) ist einer der großen Wallfahrtsorte Nordsiebenbürgens, im Dorf Nicula im Kreis Cluj, nahe der Stadt Gherla (Neuschloss). Seine Geschichte verbindet eine weinende Ikone, eine Steinkirche mit zwei hohen Türmen und eine Werkstatt-Tradition, die die Hinterglasmalerei nach Siebenbürgen brachte.
1699 hielten österreichische Offiziere fest, dass ein Marienbild fast einen Monat lang geweint habe. Noch heute pilgern am 15. August Zehntausende nach Nicula.
Die Geschichte des Klosters Nicula
Die Anfänge von Nicula sind umstritten. Nach mündlicher Überlieferung verdankt das Dorf seinen Namen einem Einsiedler namens Nicolae, der im 14. Jahrhundert hier gelebt haben soll; ein Dokument belegt das nicht. Manche Autoren erwähnen 1552 eine Holzkirche auf einem Hügel beim Dorf, während viele griechisch-katholische Historiker die erste Wallfahrtskirche in die Jahre nach 1700 datieren und den siebenbürgischen Gouverneur Sigismund Kornis als Gründer nennen. Welche Version ein Historiker bevorzugt, spiegelte oft die späteren Ansprüche der orthodoxen und der griechisch-katholischen Kirche auf den Ort wider.
Im Mittelpunkt steht eine Ikone der Gottesmutter mit Kind, 1681 vom Priestermaler Luca aus Iclod gemalt. Nach einem Bericht österreichischer Offiziere weinte sie zwischen dem 15. Februar und dem 12. März 1699 in der alten Dorfkirche. 1713 ließ Kornis die Ikone in seine Residenz nach Benediug bringen, später gelangte sie nach Klausenburg (Cluj). Auf dem bewaldeten Hügel südlich des Dorfes entstand eine kleine Holzkirche für die Pilger. Welche Ikone das Original ist, die in Cluj oder die in Nicula verehrte, wird seit Generationen diskutiert.
1767 gewährte Papst Clemens XIII. den griechisch-katholischen Pilgern an den Festen des 15. August und des 8. September einen vollkommenen Ablass. Zwischen 1875 und 1879 wurde neben der Holzkirche auf Kosten der Diözese Gherla eine Steinkirche errichtet, 1905 kamen zwei 25 Meter hohe Türme hinzu. 1928 verlieh Papst Pius XI. dem Kloster den Status eines Marienheiligtums. In Nicula bestand auch eine Schule von Ikonenmalern: Über sie gelangte die aus Böhmen, Österreich und Bayern bekannte Hinterglasmalerei nach Siebenbürgen. Zu den namentlich bekannten Meistern zählen Emil Weiss, Moritz Hachmann und Karl Müller.
1936 ließen sich basilianische Mönche hier nieder. 1948 verbot das kommunistische Regime die griechisch-katholische Kirche, verhaftete die Mönche und übergab das Kloster der Rumänischen Orthodoxen Kirche, die es bis heute besitzt. Die alte Holzkirche brannte Anfang der 1970er Jahre nieder und wurde durch eine Holzkirche des 18. Jahrhunderts aus einem anderen Dorf ersetzt. 2020 wurde Nicula in die Via Mariae aufgenommen, einen rund 1400 km langen Marienwallfahrtsweg. Der Eigentumsstreit zwischen beiden Kirchen ist nicht beigelegt; am 15. August feiern die Orthodoxen die Liturgie im Kloster, die Griechisch-Katholischen außerhalb.
Kuriositäten rund um das Kloster Nicula
- Der Bericht der österreichischen Offiziere hält fest, dass die Ikone vom 15. Februar bis 12. März 1699 geweint habe, also fast vier Wochen, und machte Nicula damit zum Wallfahrtsort.
- Der Maler der berühmten Ikone, Luca aus Iclod, war ein Priester ruthenischer Herkunft; die Ikone ist auf 1681 datiert.
- Die Hinterglasmalerei, ein Handwerk mit Wurzeln in Böhmen, Österreich und Bayern, kam über die Ikonenmalerschule von Nicula nach Siebenbürgen.
- Die beiden je 25 Meter hohen Türme der Steinkirche wurden 1905 ergänzt, rund 26 Jahre nach Fertigstellung der Kirche.
- Seit 2020 gehört Nicula zur Via Mariae, einem Pilgerweg, der Mariazell in Österreich mit Șumuleu Ciuc (Csíksomlyó) verbindet, rund 1400 km lang.
- Am 15. August pilgern Berichten zufolge Zehntausende Gläubige nach Nicula, mit Gottesdiensten im Kloster und in der Dorfpfarrkirche.
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Kloster Nicula besuchen: Das lohnt sich
- Die Wallfahrt ist der Hauptgrund für einen Besuch: Am meisten los ist um den 15. August und den 8. September, die Marienfeste.
- Die Steinkirche aus den 1870er Jahren mit ihren zwei Türmen steht neben den älteren Klostergebäuden, darunter die alten Zellen und die nach dem Brand hierher versetzte Holzkirche.
- Die Ikone der Gottesmutter mit Kind von Luca aus Iclod ist der Mittelpunkt der Verehrung. Ihr heutiges Aussehen ist seit Langem Gegenstand von Debatten.
- Schloss Bánffy in Bonțida, etwa 15 km entfernt, ist das nächste weitere Ziel auf dieser Website.
- Es ist ein aktiver Ort des Glaubens: Kleiden Sie sich zurückhaltend und prüfen Sie vor der Anreise die aktuellen Öffnungszeiten.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Kloster Nicula
Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende
Fotos: Kloster Nicula





Fragen
Wo liegt das Kloster Nicula?
Es liegt beim Dorf Nicula in der Gemeinde Fizeșu Gherlii im Kreis Cluj in Nordsiebenbürgen, nahe der Stadt Gherla.
Wofür ist das Kloster Nicula berühmt?
Berühmt ist es für eine Ikone der Gottesmutter mit Kind, die nach Angaben österreichischer Offiziere 1699 geweint hat, und für eine Schule der Hinterglasmalerei.
Wem gehört das Kloster Nicula heute?
Seit Dezember 1948 gehört es der Rumänischen Orthodoxen Kirche. Zuvor war es ein griechisch-katholisches Heiligtum, und beide Kirchen streiten weiter um den Besitz.
Wann findet die Wallfahrt nach Nicula statt?
Die Hauptwallfahrt ist am 15. August, Mariä Himmelfahrt; ein weiteres Fest folgt am 8. September, Mariä Geburt.
Was ist die Hinterglasmalerei von Nicula?
Es ist eine Technik, Ikonen auf Glas zu malen, die über die Ikonenmalerschule von Nicula aus Böhmen, Österreich und Bayern nach Siebenbürgen kam.
Was gibt es in der Nähe des Klosters Nicula zu sehen?
Schloss Bánffy in Bonțida ist etwa 15 km entfernt, und die Stadt Gherla liegt ganz in der Nähe des Klosters.
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